On Stage – Bonn – Jazz Tube 2016 (3)

tamara-lukasheva-quartett-tamara-lukasheva-mus_47451000x66709092016textZur 3. und letzten Wettbewerbsrunde von Jazz Tube 2016 traten an diesem Wochenende wieder 5 Kandidaten an.

In der U-Bahn-Station Hbf/Thomas-Mann-Strasse (Freitag, 09.09.) überzeugte das Quartett der ukrainischen Sängerin und Komponistin Tamara Lukasheva mit experimentellem Fusion Jazz. Für Begeisterung sorgten vor allem der geschickt und sauber vorgetragene, klangvolle Scatgesang mit bedeutungslosen Wortspielereien. Sehr gut gefielen auch ihre lebhaften, funkigen Interaktionen mit dem hervorragenden Schweizer Schlagzeuger Dominik Mahnig. Hierbei trommelte dieser nicht nur mit Sticks auf sein Gerät, sondern erzeugte mit allerlei Gegenständen, wie z.b. Ketten aus Muscheln, Hölzern, Schlüsseln, Stofftüchern und Plastikbechern eine hörenswerte Kombination komplexer Klänge.

Das Tamara Lukasheva Quartett bestand aus: Tamara Lukasheva (voc), Jakob Kühnemann (b), Dominik Mahnig (dr) und Sebastian Scobel (p).

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Etwa 10 Gehminuten entfernt – am Ein-/Ausgang der Bahnhaltestelle Markt/Universität (Freitag , 09.09.) – hatte das Zeuch/Kussmann/Schulte Trio seine Instrumente aufgebaut. Das Bonner Ensemble, in der Besetzung mit Gitarre/Bass, Piano und Schlagzeug, spielte hier mit viel Engagement um die erforderlichen Abstimmungspunkte zur Teilnahme am großen Abschlusskonzert im LVR Landesmuseum Bonn am 23. Oktober. Vorgeführt wurde dynamischer Instrumentaljazz mit klaren, geradlinigen Piano-Improvisationen, packenden experimentellen Drumparts ,sowie kraftvollen Gitarreneinlagen.

Mit von der Partie waren: Christian Kussmann (git/bass), Claus Schulte (dr) und Fabian Zeuch (p).

Zum 3. Konzert des Tages, mit dem Sabeth Pérez Quartett am „Haus der Geschichte“, habe ich es leider nicht mehr geschafft.

Samstag, den 10. September präsentierten die beiden letzten Teilnehmer von Jazz Tube 2016 ihr Können.

In der U-Bahn am Hauptbahnhof brachte das Quintett des Kölner Schlagzeugers Benedikt Hesse mit einer pulsierenden und lauten Mischung aus kubanischen Rhythmen und New Orleans Funk richtig „Leben in die Bude“. Das Benedikt Hesse Quintett groovte in folgender Besetzung: Benedikt Hesse (dr), Volker Denglmann (tr, corn), Norman Peplow (p), Juan Camilo Villa (bass), Roland Peil (perc).

Unter dem Bonner Hofgarten, U-Bahn Ein-/Ausgang Am Stockentor, war ein Gastspiel von Dad’s Phonkey angekündigt. Wer – wie ich – eine aus mehreren Musikern bestehende Formation erwartet hatte, wurde angenehm überrascht. Bei Dad’s Phonkey bestand die komplette Band nur aus einer Person und zwar aus dem Solo-Vokalisten Christian Padberg , begleitet von seiner Boss RC-30 Loop Station. Nur mit seiner Stimme und Hilfe eines Mikrophons, Verstärkers, sowie Multitrack Loopers mit Pedal, der jeden Sound der eingeben wird in die Dauerschleife nimmt, imitierte er klanggetreu Musikinstrumente wie Bass, Gitarre, Schlagzeug und Trompete und intonierte (sang, brummte, trallerte, pustete, schmalzte, summte) auf imponierende Art und Weise mehrstimmige Lieder mit einem Kauderwelsch aus Wortfetzen ohne irgendwelchen Zusammenhang. Der Sound seines Repertoires reichte von Arien, Jazz, Weltmusik, bis hin zu Schnulzen. Bekannte Melodien hörte man aber nicht. Für die Entwicklung seiner Klangbilder bedient sich der Röttgener Sänger nicht bei anderen Künstlern: seine Produktionen sind reine Momentimprovisationen und entstehen intuitiv, aus dem Bauch heraus – sie sind somit stets einmalig und nie exakt reproduzierbar.

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Für seine stimmungsvolle, außergewöhnliche Ein-Mann-Show – man hatte zeitweise das Gefühl, man stünde vor einem ganzen Orchester – bedankten sich die Zuhörer bei Christian Padberg mit begeistertem Beifall.

 

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