Dottendorfer Jazznacht – Marcus Schinkel Trio & Josho Stephan – „Beethoven meets Gipsy“

 

Das letzte Konzert der Saison im Rahmen der Dottendorfer Jazznacht stand im Zeichen von Bonns bekanntestem Komponisten. Unter dem Titel „Beethoven meets Gipsy“ präsentierten der Bonner Keyboarder und Pianist Marcus Schinkel und der Mönchengladbacher Gitarrist Josho Stephan im erneut vollbesetzten Ortszentrum ein besonders packendes und hörenswertes Programm, bei dem Gypsy-Jazz – die Musik der Sinti und Roma – auf Klassik traf.

Dass die Kompositionen von Ludwig van Beethoven zeitlos und besonders modernisierungsfähig sind, haben andere Künstler in der Vergangenheit schon öfters bewiesen. Erinnert sei dabei nur an die beiden Hits „A Fifth of Beethoven“ von Walter Murphy aus dem Jahre 1976 und „Midnight Blue“ von Louise Tucker von 1983 – ein Track, der die berühmte „Grande Sonata Pathétique“ zur Grundlage hat und der in Frankreich sogar auf Platz 1 der Hitliste stürmte.

Bei ihrem Auftritt auf der Dottendorfer Bühne ließen Marcus Schinkel und Josho Stephan erneut spüren, wie gut die fast 250 Jahre alte Musik Beethovens mit moderner zeitgenössischer Musik – hier dem Jazz – harmonieren kann und sich damit zu einer perfekten Soundeinheit verweben lässt: Ersterer, ein Meister an den Tasten, mit brillantem und furiosem Spiel auf dem Flügel, Letzterer mit unglaublich dynamischen Klängen, ausdruckstark und mit atemberaubender Geschicklichkeit hervorgezaubert auf seiner akustischen Gitarre mit dem authentischen Sound von Jazz-Manouche.

Bei ihrem Projekt wurden die 2 Virtuosen musikalisch fachmännisch unterstützt durch Schlagzeuger Wim de Vries aus den Niederlanden und den Bonner Bassisten Martin Gjakanovski. In verschiedenen Passagen bewiesen die beiden Musiker – zusammen mit Marcus Schinkel bilden sie das Marcus Schinkel Trio – aber auch dass sie nicht nur gefühlsvolle Begleiter sind, sondern auch hervorragende Solisten. Vor allem das ausgedehnte, energieintensiv vorgeführte Drum-Solo unmittelbar vor der Pause, bei dem Wim sogar die Sticks durch die Luft wirbeln ließ, wurde stürmisch gefeiert.

Im ersten Set nach der Pause stand auch Casper, der 15-jährige Sohn von Wim de Vries, mit auf der Bühne. Dabei gab Josho Stephan dem niederländischen Nachwuchsmusiker mit der Präsentation von Minor Swing die Gelegenheit, im Gitarrenduell mit ihm, sein Können zu beweisen. Das gelang auch hervorragend. Für sein fingerfertiges Saitenspiel wurde der junge Musiker, nach dem Ende des treibenden Hits von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli aus dem Jahre 1937, zu Recht mit viel Applaus von der Bühne verabschiedet.

Einen besseren Saisonabschluss als dieses Konzert mit dem Marcus Schinkel Trio und Josho Stephan hätten sich die Freunde der Dottendorfer Jazznacht wohl kaum wünschen können!

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